Damit Gottschalk und "wetten ,dass ...?" mal wieder auf Seite 1 für Schlagzeilen sorgen, mussten schon fast Köpfe rollen. Da es mir am Samstag Abend nicht möglich war meine Zeit live zu verdummen, habe ich heute 10 Minuten am Altar der Kommentare geopfert.
Auf Zeit-Online wird ein (wie gewohnt sehr medienkritischer und entwicklungs-pessimistischer) Kommentar der Leipziger Volkszeitung zitiert. Bunter wird es im Laiengekritzel unterhalb der bottom line.
"Wetten, dass ...?" habe ich wohl oder übel nicht mehr gesehen, seit ich aus der elterlichen Wohnung ausgezogen bin. Doch sogar eine Erinnerung aus der Stube meiner Oma besucht mich bei der Nachrichtenlektüre: 1994, damals war ich 8 Jahre alt, schickte mich mein Vater aus dem Wohnzimmer, als der Formel-1-Pilot Ayrton Senna beinahe ungebremst in die Streckenbegrenzungsmauer fährt. Im Krankenhaus erliegt er wenig später seinen Verletzungen.
Sensationsgeilheit kann das moderne Fernsehprogramm sicherlich schon lange nicht mehr verleugnen. Ob dieses Interesse das Publikum den Sendern aufdrückt, oder diese Entwicklung vice versa geschehen ist, wird auch Thomas Gottschalk nicht klären. Beinahe verständlich wird diese Lust auf Skandale, wenn man bedenkt, dass sich ein großer Teil der deutschen Fernseh-Rezipienten wieder und immer wieder 90 Minuten am Stück langweilt, wenn die Fußball-Bundesliga zur Sonntagsmesse ruft.
Ich werde zum Erstaunen meines Kabel-Deutschland-Kundenberaters dabei bleiben: "Internet und Telefon. Kein Fernsehen." Und jetzt widme ich mich wieder meinem Medienethik-Pamphlet. (Zumindest macht das eine gute Schlusszeile.)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen